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Willkommen beim Förderverein Nordhessische Ahle Wurscht

Der Förderverein Nordhessische Ahle Wurscht e.V. wurde 2004 auf Anregung von Slow Food Nordhessen von engagierten Metzgern und Ehrenamtlichen gegründet.

Die Erhaltung der traditionellen Herstellung unter Beachtung des Tierwohls, der Qualitätssicherung, Geschmacksbildung und Esskultur waren und sind unsere Motive und Ziele.

Ein dazu eigens entwickeltes Qualitätshandbuch mit jährlicher Zertifizierung ist Grundlage des täglichen Handelns der Mitgliedsbetriebe.

Das garantiert dem Verbraucher ein verlässliches Gütesiegel für Nordhessische Ahle Wurscht in traditioneller Herstellung und sichert so ein einmaliges Genusserlebnis – unverfälscht, handwerklich, ehrlich und „Made in Nordhessen“.

Ein weiterer Schwerpunkt des Vereines ist die Markenbildung. Die Nordhessische Ahle Wurscht als hochwertiges und unverfälschtes Produkt ist es einfach Wert, über die Region Nordhessen hinaus bekannt zu werden.

Sie können auch aus der Ferne die Wurstlegende der Genussregion Nordhessen einkaufen und so die Markenprodukte zu sich ins Haus holen. Dazu finden Sie Links zu unseren Mitgliedsbetrieben mit ihren Internetshops auf unserer Seite.

Wir zeigen Präsens, damit Sie die Mitgliedsbetriebe kennen lernen können: beim „Ahle Wurscht-Tag“ in Kloster Haydau im Frühjahr, während „Nordhessen geschmackvoll!“ Im Oktober in Melsungen oder beim „Ahle Wurscht Fest“ im November in Lohfelden.

Bitte gehen Sie mit mir in den Dialog! Ob als Verbraucher, Landwirt aus der Schweinezucht oder interessierter Metzger im Handwerk – ich freue mich auf Ihr Interesse, Ihre Ideen und Fragen.

Rolf Schott

Erster Vorsitzender des Fördervereins

rolf.schott@nordhessische-ahle-wurscht.de

 

Genießerpakete statt Regionalmarkt Nordhessen geschmackvoll! in Melsungen in 2020

Seit 2005 hat der Slow Food nahestehende Verein „geschmackvoll!“ jedes Jahr am zweiten Sonntag im Oktober das Genussfestival „Nordhessen geschmackvoll!“ rund um das Melsunger Rathaus veranstaltet. Der Markt mit handwerklich hergestellten hochwertigen Lebensmitteln aus der Region hat jedes Jahr etwa 20.000 Gäste gehabt. In diesem Jahr sollte der 16. Regionalmarkt stattfinden. Wegen der Corona-Pandemie wurde der Markt frühzeitig abgesagt.

Der Verkauf auf Nordhessen geschmackvoll! ist für viele der kleinen Produzent*innen eine wichtige Einnahmequelle, der Ausfall tut deshalb dem einen oder anderen Betrieb richtig weh. Das ehrenamtliche Organisationsteam des Regionalmarktes hat aus diesem Grund nach einem Ersatz gesucht. Entstanden ist die Idee von Schlemmerpaketen mit Produkten der Marktteilnehmenden, die den Qualitätskriterien von Slow Food entsprechen. Geschnürt wurden zwei Ahle Wurscht Verkostungen mit jeweils einer Stracken von jedem Mitgliedsbetrieb des Fördervereins Nordhessische Ahle Wurscht. Es gibt eine regionale Käseauswahl mit fünf Kuh-, Schaf- und Ziegenkäsen, die in Folie eingeschweißt geliefert werden und ungeöffnet im Kühlschrank einige Wochen haltbar sind. Zwei Pakete mit Zutaten für ein nordhessisches Abendbrot beinhalten regionale Käsesorten, vegane Brotaufstriche, Schinken und einer Auswahl traditioneller Kesselwurstwaren im Glas und im Darm. Das Angebot wird abgerundet durch ein „Genießerpaket“ mit Getränken, Gewürzen, Öl und Süßem. Die Pakete enthalten nur Dinge, die ungekühlt versandt werden können und auch danach noch einige Wochen bis Monate haltbar sind. Sie kosten zwischen 37,40 Euro und 68,00 Euro einschließlich Versand. Bei der Gestaltung der Paketpreise ist ein kleiner Aufschlag als Spende für Projekte zur Ernährungsbildung von Kindern und Jugendlichen an Slow Food Deutschland einkalkuliert.

Bestellt und bezahlt über den Onlineshop des Teichhofes https://shop.derteichhof.de/13-schlemmerpakete-nordhessen-geschmackvoll-

Von jedem Paket stehen 100 Exemplare zur Verfügung. Eine baldige Bestellung ist also für Interessent/innen empfehlenswert. Gepackt und versandt wird dann durch die Gemeinnützigen Werkstätten in Eschwege nach dem 1. Dezember. Damit sind die Schlemmerpakete für die genussvolle Versorgung in der Adventszeit und als Fundgrube für Weihnachtsgeschenke gut geeignet.

 

Neues Mitglied im Förderverein:

Selbstvermarkter Familie Wagner aus Rotenburg-Seifertshausen

Familie Wagner ist schon lange auf der Webseite des Fördervereines Nordhessische Ahle Wurscht präsent: Hinter der persönlichen Geschichte zur Hausschlachtung in Seifertshausen verbirgt sich Hausschlachter Karl-Georg Wagner, der neben der Landwirtschaft als Hausmetzger unterwegs war und auch für die Eltern von Gerhard Schneider-Rose und die weitere Verwandtschaft geschlachtet hat.

In 1988 hat „Nödings Schorsche“, wie er im Ort hieß, den Betrieb an Sohn Bernhardt übergeben, der neben seiner Berufstätigkeit die Landwirtschaft zunächst im Nebenerwerb weitergeführt hat. Der Einstieg in die Direktvermarktung von Schweinefleisch erfolgte Stück für Stück ab 1994. Da begann Bernhardt mit der Schlachtung und Verarbeitung nach den Rezepten des Vaters im kleinen Schlachthaus auf dem Hof. Der regelmäßige Stand auf dem Kuckucksmarkt in Rotenburg-Braach hat das Geschäft beflügelt, Partyservice kam als Arbeitsbereich dazu, für den Ehefrau Gerda verantwortlich war und ist und ein gutes Händchen zeigt. In 2003 war die Arbeit und die materielle Situation so, dass der Beruf an den Nagel gehängt werden konnte. Der Betrieb wurde bei der Handwerkskammer eingetragen, die räumliche Situation immer weiter verbessert. Ein Gastraum mit 100 Sitzplätzen ist entstanden, eine moderne Küche nebenan. Daneben liegen die immer weiter modernisierten und ausgebauten Schlachträume und Reifekammern.

Die „Bauernstube“ wird vor allem für Familien- und Firmenfeste genutzt, im Winter gibt es dort an jedem ersten Freitag im Monat Schlachtekohl. Ein Hofladen bietet neben den eigenen Produken andere regionale Köstlichkeiten und einen Grundbedarf an Lebensmitteln und Hygieneartikeln für die Seifertshäuser.

Vom Schlachthaus bis zum Schweinestall sind es nur etwa 20 Meter – einen kürzeren Weg vom Stall zur Schachtstätte kann es kaum geben. Im Stall stehen immer etwa 65 Schweine, die dort eingestallt werden, wenn die Tiere im Maststall von Bauer Taube aus Blankenheim das übliche Schlachtgewicht von 90-100 kg erreicht haben und die meisten zum Schlachthof transportiert werden. Wagners füllen von dort ihren Bestand immer wieder auf und füttern die Schweine mit Futter von den eigenen Feldern. Neben Getreide werden dort auch Erbsen angebaut, Soja als Eiweißfutter wird so vermieden. Weiter gemästet werden sie bis zum Schlachtgewicht von 200-220 kg– wie in der traditionellen Hausschlachtung üblich. Etwa 180 Schweine werden im Jahr insgesamt fertig gemästet und geschlachtet.

Inzwischen sind Tochter Lena und Schwiegersohn Daniel in den Betrieb eingestiegen. Neben eigener Berufstätigkeit und Elternschaft sind sie fest entschlossen, den Betrieb zu übernehmen und zur eigenen Sache zu machen. Daniel will im nächsten Jahr die Meisterschule für das Metzgerhandwerk besuchen. Die bisherigen Berufe wollen beide vorerst nicht ganz aufgeben, aber die Erhaltung und der weitere Ausbau der traditionellen Herstellung von Ahler Wurscht und anderen Hausschlachtungsprodukten ist beiden eine Herzensangelegenheit. Von den jungen Leuten kommt auch die Idee, in den Förderverein für Nordhessische Ahle Wurscht einzutreten. Neben der Vermarktung über den Hofladen, dem Kuckucksmarkt und einigen Märkten im Nahbereich wollen sie auch einen Onlineshop aufbauen.

Nach Einführung der vom Förderverein geforderten Dokumentation und Wahrung der vorgeschriebenen Reifezeiten sind alle Voraussetzungen für die Aufnahme erfüllt. Der Förderverein freut sich über den ersten Mitgliedsbetrieb, der die eigenen gentechnikfrei gefütterten Schweine verarbeitet.

Eine weitere Besonderheit hat die Produktion von Ahler Wurscht noch: Hier wird noch jede Wurst per Hand gebunden, einen Clipper mit Metallklammern gibt es nicht.